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Verhaltenstherapeutische Gruppentherapie - Grundlagen und Praxis
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Verhaltenstherapeutische Gruppentherapie - Grundlagen und Praxis
von: Michael Marwitz
Hogrefe Verlag Göttingen, 2016
ISBN: 9783844424805
478 Seiten, Download: KB
 
Format: EPUB, PDF
geeignet für: geeignet für alle DRM-fähigen eReader PC, MAC, Laptop Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones Online-Lesen Apple iPad, Android Tablet PC's

Typ: A (einfacher Zugriff)

 

 
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Leseprobe

1 Wirksamkeit von Gruppentherapie (S. 21-22)

1.1 Die Effektivität gruppentherapeutischer Behandlung

Handelt es sich bei der Gruppentherapie um ein effektives Behandlungsverfahren zur Therapie psychischer Störungen? Angesichts der mächtigen Dynamik, die Gruppen entfalten können, ist man geneigt, diese Frage intuitiv mit Ja zu beantworten. Dennoch stellt sich die Frage: Effektiv im Vergleich mit was? Im Vergleich zu einer Wartezeit vor Beginn der Therapie? Einer Wartelistenkontrollgruppe oder einer aktiven Kontrollgruppe? In Bezug auf Einzeltherapie? Bezogen auf eine Symptomreduktion, der sozialen Anpassungsfähigkeit oder dem Klima und der Produktivität der Gruppenarbeit?

Die ersten Überblicksarbeiten zu dieser Thematik wurden in den 1940er Jahren publiziert. Allerdings lieferten sie kaum klare Aussagen, da es den wenigen damals vorliegenden Primärstudien sowohl an konzeptueller Klarheit (z. B. Was macht Gruppentherapie überhaupt aus?) und methodische Qualität mangelte (vgl. Fuhriman & Burlingame, 1994). Erst in den 1960er Jahren lagen ausreichend gruppentherapeutische Studien vor, sodass aussagekräftigere Literaturreviews möglich wurden. Eine häufig zitierte und methodisch sorgfältig angelegte Überblicksarbeit ist beispielweise diejenige von Mann (1966), der zu einer positiven Einschätzung hinsichtlich der Effektivität von Gruppentherapie gelangt: Unabhängig von dem angewandten gruppentherapeutischen Verfahren und den verwendeten Messinstrumenten sprechen annähernd 45 % der in den Primärarbeiten angegeben statistischen Vergleiche für die Wirksamkeit gruppentherapeutischer Verfahren.

Durch Verbesserung der methodischen Standards und der Etablierung von randomisiert- kontrollierten Therapiestudien als Goldstandard sowie der Zunahme von durchgeführten Studien konnten diese dann ab den 1980er Jahren in Form von Metaanalysen zusammengefasst und durch die Berechnung von Effektstärken in ihrer Wirksamkeit bewertet werden. Inzwischen wurden mehr als zwei Dutzend Metaanalysen veröffentlicht, welche die Wirksamkeit von Gruppenpsychotherapien klar bestätigen. Dabei liegen die ermittelten Effektstärken (berechnet über den Vergleich von Therapie- zu Kontrollgruppe) in einer Größenordnung von .70 bis .90 (vgl. auch Tab. 1) und gleichen damit denjenigen, die im Zusammenhang mit der generellen Effektivität von Psychotherapie veröffentlicht wurden (z. B. Smith, Glass & Miller, 1980; Lambert, 2013). Auch Grawe, Donati und Bernauer (1994) kommen in ihrer methodisch anspruchsvollen Arbeit zur Effektivität von Psychotherapie zu einer vergleichbaren Einschätzung: „In einer großen Anzahl der von uns analysierten Therapiestudien wurden die Therapien in Gruppen durchgeführt, auch wenn es überhaupt nicht um die Behandlung zwischenmenschlicher Probleme ging. Die Therapieeffekte waren in der Regel mindestens gleich gut wie bei der Behandlung im Einzelsetting“ (Grawe et al., 1994, S.?706). Fuhriman und Burlingame (1994) kamen in ihrem Literaturüberblick aus dem gleichen Jahr zu einer ähnlichen Schlussfolgerung: : „… the general conclusion to be drawn from some 700 studies that span the past two decades is that group format consistently produced positve effects with diverse disorders and treatment models“ (S.?15).

Während bis in die 1980er Jahre hinein die meisten der untersuchten Gruppen störungsübergreifend konzipiert waren („transdiagnostisch“; vgl. Sipos & Schweiger, 2013), hat sich der Fokus der Gruppentherapieforschung seit den 1990er Jahren auf störungsspezifische Gruppen verlagert. Dies ist unter anderem auch auf die Notwendigkeit zurückzuführen, ökonomische und dabei zugleich möglichst effiziente Therapieverfahren zu entwickeln (Dies, 1994). In den letzten zwei Jahrzehnten wurden entsprechend eine ganze Reihe von Metaanalysen durchgeführt, die sich (auch) auf die gruppentherapeutische Behandlung spezifischer Störungsbilder beziehen (z. B. für Depression: McDermut, Miller & Brown, 2001; für Panikstörungen: Sánchez-Meca, Rosa-Alcázar, Marin-Martinez & Gómez-Consea, 2010; für Essstörungen: Vocks et al., 2010).



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